Arbeitslosigkeit in der Bewerbung gut verkaufen
Das Stellenagebot gefällt, die Bewerbung steht, aber wie zum Teufel bekommen wir noch lückenlose Lebensläufe hin? Kleine Lücken lassen sich kaschieren, bei den Großen hilft wohl nur, dazu zu stehen. Wie sie sich trotzdem verkaufen können.
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf – ein Grund zur Scham?
Die Bewerbung soll uns darstellen, authentisch sein. Der Personaler soll einen möglichst positiven Eindruck von uns erhalten. Wenn der Bewerber aber lange arbeitslos war, widersprechen sich Authentizität und der positive Eindruck aber eventuell. Wer einen Lebenslauf voller Lücken aufweist, wird alles andere als optimistisch auf seine Zukunft schauen. Bei aktuellen Arbeitslosigkeitszahlen von 3,6 Millionen (geschönte Zahlen bei der Agentur für Arbeit), sollte klar sein, dass das viele Bewerber betreffen wird und Zeiten der Arbeitslosigkeit kein Grund zur Scham sind.
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf – Kleine Lücken kaschieren
Lückenlose, chronologische Lebensläufe werden erbeten. Dabei können die Zeitangaben ruhig in Monat/Jahr erfolgen. Bis zu knapp zweimonatige Arbeitslosigkeit lässt sich damit quasi retouschieren, wenn zum Beispiel “bis 03/2009″ gearbeitet wurde und “ab 04/2009″ wieder, kann das eine Kündigung zum Ende Februar gewesen sein und eine Arbeitsaufnahme spontan Ende April. Die Arbeitslosigkeit von Anfang März bis Ende April sieht man in diesem Lebenslauf nicht. Bei einer Bewerbung aus einer aktuellen Arbeitslosigkeit heraus bietet sich zum Beispiel die Formulierung “Aufgrund betrieblicher Kündigungen bei XY kann ich Ihnen sofort zur Verfügung stehen” an.
Zeiten der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf neu definieren
Waren Sie mehrere Monate arbeitslos? Schreiben Sie mindestens “arbeitssuchend”, das hört sich aktiver an. Besser noch ist: “berufliche Neuorientierung” oder einfach “Bewerbungszeitraum”. Stellen Sie fest, dass ihre Arbeitslosigkeit länger zu werden droht, beginnen Sie möglichst sofort mit einer Weiterbildung, einem Kursus oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Das beweist allemal Engagement. Sie dürfen in Ihrem Lebenslauf aber nicht lügen! Aus dem wöchentlichen Einkauf für die eigene Oma darf keine “ehrenamtliche Tätigkeit als Altenhelfer” werden.
Lange Arbeitslos? Stehen Sie dazu!
Wenn Sie wirklich lange arbeitslos waren, gab es einen Grund dafür. Den sollten Sie für sich selbst analysiert und überwunden haben. Wenn Ihre lange Arbeitslosigkeit nicht allein persönlicher Natur war und die Krise in Ihrem Bereich anhält, muss eine berufliche Neuorientierung erfolgen, egal, wie eingefahren Sie sind. Kein Personaler wird verstehen, dass Sie zehn Jahre lang lieber nichts taten, als mit einem Berufswechsel ihrer Arbeitslosigkeit zu entgehen. Stehen Sie zu Ihrem Lebenslauf! Und nutzen Sie die “Dritte Seite“, um in Kürze darzustellen, welche Krise, persönlich oder wirtschaftlich, Sie wie gemeistert haben, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Die Stärke, die Ihnen das verlieh, kann Ihnen auch beruflich helfen.
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