Zur Übersicht über Ihre geschäftsinterne Liquidität können Sie Ihr sogenanntes Working Capital ermitteln. Als Working Capital wird üblicherweise das Kapital bezeichnet, das nur kurzfristig gebunden ist und so für sie “arbeitet”. Mit wenigen Mitteln und auch mit einem begrenzten Betriebswirtschaftlichen Hintergrund können das Working Capital sowie einige mögliche Stellhebel zu seiner Optimierung dargestellt werden. Lernen Sie Ihr Geschäft besser kennen und verflüssigen Sie zusätzliche Mittel.
Working Capital im Geschäftshaushalt erkennen
Ihr Working Capital können Sie aus Ihrer Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ermitteln. Das Working Capital wird manchmal auch “Nettoumlaufvermögen” oder “Betriebsvermögen” genannt. Diese Begriffe sind vielleicht etwas eindeutiger, wenn auch nicht immer vollständig zutreffend. Das Umlaufvermögen befindet sich, wie der Name schon sagt, im Umlauf und hat nur eine kurze Verweilsdauer im Haushalt Ihres Unternehmens.Im Gegensatz zum Anlagevermögen ist es nicht dauerhaft (d.h. länger als ein Jahr) im Geschäftsbetrieb gebunden. Ihr Umlaufvermögen ist teilweise sicherlich mit kurzfristigem Fremdkapital oder durch Lieferantenkredite finanziert. Bestenfalls wird es nicht von langfristigen Kapitalgebern aufgebracht: Wenn Sie in der Position sein sollten, dass Sie ihre kurzfristigen Forderungen aus teuren Krediten leisten müssen, sollten Sie schnellstmöglich Ihre Finanzen auf Vordermann bringen!
Working Capital auf der Aktiv- und der Passivseite zu finden: Aktives Kapital
Auf der Aktivseite Ihrer Bilanz finden Sie den Working Capital-Anteil Ihrer Finanzen unter„Vorräte“, „Kassenbestand”, “Bankguthaben“, „Wertpapiere“. Unter Vorräten verstehen sich sämtliche Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, ob unbearbeitet, im Fertigungsprozess oder vor der Versand- oder Verkausstufe befindlich. Als unfertige Erzeugnisse haben die Rohstoffe nämlich auch schon Kosten verursacht, die Sie mit Ihrem Working Capital begleichen. Auch Anzahlungen an Zulieferer gelten als aktiv bilanziertes Working Capital. Offene Forderungen gegenüber Ihren Kunden zählen zu den„Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“.
Working Capital auf der Aktiv- und der Passivseite zu finden: Passives Kapital
Unter den passiven Bilanzpositionen beinhalten sämtliche Verbindlichkeiten, also aus Lieferungen und Leistungen, gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Ihr Working Capital. Sie stellen also Fremdkapital dar bzw. Schulden, die innerhalb einer kurzen Spanne getilgt werden müssen. Darunter fallen Kredite (Kontokorrent, aber auch Darlehenstilgungen unter einem Jahr Laufzeit), Zinsen und Hypotheken, Steuerrückstellungenund andere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Dieses Kapital beherrschen Sie nur passiv, weshalb es den Passiv-Anteil ihres Working Capitals ausmacht.
Berechnung Ihres Working Capital
Das Working Capital kann ganz allgemein als die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet werden. In einer verbesserten Rechnung hat sich das Net Working Capital durchgesetzt, das etwas detaillierter nur Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung ins Working Capital mit aufnimmt und beispielsweise kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausschließt. Dabei werden zu den Forderungen aus Lieferung und Leistung die Vorräte sowie Kassenbestände, Bankguthaben und Wertpapiere hinzugerechnet. Das Net Working Capital Ihrer Firma oder Unternehmung, auch Nettofinanzumlaufvermögen genannt, ergibt sich dann als Differenz von Finanzumlaufvermögen, also den eben genannten Forderungen und liquiden Mitteln, und dem kurzfristigen Fremdkapital in Form von Verbindlichkeiten.
Negatives Working Capital?
Ein negatives Working Capital kann aufzeigen, dass Sie einen Teil Ihres langfristigen Anlagevermögens mit kurzfristigen Mitteln finanziert haben. Dies verstößt gegen die goldene Bilanzregel (Infos) zur Stabilität des Unternehmensetats! Demnach sollen kurzfristige Verbindlichkeiten mit kurzfristigen Mitteln und langfristige Verbindlichkeiten mit langfristig zur Verfügung stehenden Mitteln gegenfinanziert sein sollten, um das Unternehmen stabil zu halten.