Die Rentabilitätsvorschau: Umsatz als Prognose
Businessplan-Bestandteil Umsatz- und Rentabilitätsvorschau: Wer sich fragt, wozu es gut sein könne, wenn man seine Einkünfte als Selbstständiger für die nächsten Monate errät, bekommt hier Antworten!
Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau: Was sie beinhaltet
Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau ist Hauptbestandteil der Finanzierungsplanung eines Gründungsvorhabens. Als Teil des Businessplans soll sie aufzeigen, ob eine Idee angesichts laufender Kosten Gewinne erwirtschaftet. Sie wird üblicherweise angesetzt über 12 Monate und enthält jeden Monat als Einzelwert. Die geschätzten Gewinne werden in der Umsatz- und Rentabilitätsvorschau den ebenfalls geschätzten Ausgaben gegenübergestellt. Gewinne können dabei aus verschiedenen Branchen einfließen, Ausgaben beinhalten neben üblichen Betriebsausgaben und gegebenenfalls Gehältern für Angestellte auch Steuern und Kreditkosten.
Was soll rauskommen bei der Rentabilitätsvorschau?
Erwirtschaftet werden muss laut dem Rentabilitätsplan mindestens das eigene Existenzminimum, das alle Sozialausgaben und Steuern enthält. Die Handwerkskammer Berlin (link) zählt darunter neben einem allgemeinen Lebensunterhalt Abgaben zur Renten-, Kranken- sowie Lebensversicherung oder anderer Altersvorsorge, die private Miete plus alle sonstigen Belastungen für Wohnung oder Haus und eventuell zusätzliche Aufwendungen für private Darlehen oder sonstige Verpflichtungen. Auch erinnert die Handwerkskammer daran, dass in die Gewinne laut Rentabilitätsvorschau gegebenenfalls Einkommens- und Kirchensteuer eingerechnet werden müssen. Liegt der Gewinn darunter, muss geprüft werden, ob Preise, Honorare, Stundenlöhne erhöht oder Kosten gesenkt werden können, ohne das Geschäft zu gefährden.
Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau: Wozu taugt eine reine Schätzung?
Dass die Gewinne für die Vorschau von Umsatz und Rentabilität rein geschätzt werden können, weil es nirgendwo eine Garantie für Kunden und Einnahmen geben kann, verwirrt zu Beginn der Gründung. Die Aufstellung kann aber, selbst wenn sie mit den tatsächlichen Einnahmen schließlich nicht mehr viel gemein hat, aufzeigen, ob die Einnahmen abzüglich im Verhältnis dazu stehender Ausgaben zur Annahme berechtigen, dass das Unternehmen rentabel sei. In der Umsatz- und Rentabilitätsvorschau wird zum ersten Mal dezidiert gegenübergestellt, welche Einnahmen von welchen Ausgaben begleitet werden, zum Beispiel bei einer angenommen Anzahl Kunden in einem Friseurgeschäft der Einkauf von Pflegeprodukten und Getränken, die Einhaltung der Hygiene als Kostenfaktor sowie Strom und Gehälter im Vergleich mit den durchschnittlichen Preisen. Oder in einem Auftragslektorat das Ausdrucken von Manuskripten zur Bearbeitung sowie der Versand plus Internet- und Telefonkosten im Verhältnis zum Honorar. Mustertabellen für Excel bietet die IHK München.
Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau als Vorteil
Es kann auch rückwärts gerechnet werden, in dem in der Rentabilitätsvorschau der notwendig zu erzielende Gewinn angenommen wird, um zu errechnen, wie hoch die Stunden- oder anderen Preise sein müssen, um bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit ausreichend Gewinn zu erzielen. Durch eine negative Rentabilitätsvorschau lässt sich eine von vornherein bestimmte Pleite vermeiden und die Geschäftsidee kann eine zweite Chance erhalten: Ist der Standort der Falsche? Gibt der Markt in einem anderen Segment bessere Preise her? Gibt es profitablere Nischen, in die man sich spezialisieren kann? Lässt sich der Einkauf ökonomisieren? Auch ist die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau für die kommenden Monate, wenn nicht sogar die ersten Jahre Motivation, Leitfaden und Orientierung in einem. Sind die Gewinne nicht allzu hoch angesetzt, sollte alles versucht werden, sie auch zu erreichen. Übertrifft man seine eigenen Erwartungen, kann die Tendenz in der Rentabilitätsvorschau angepasst werden, hängen lassen darf sich ein Selbstständiger sowieso nie, nicht einmal auf Erfolg ausruhen.
Hallo, schöner Bericht. Ich kann nicht verstehen, wie so viele Leute die Atomkraft ablehnen (was sich nicht zuletzt in den Wahlergebnissen zeigte) und dann aber nicht bereit sind, im eigenen Haushalt auf Ökostrom umzusteigen. Es gibt doch mittlerweile genug Stromanbieter und bezahlbare Tarife.
Tobias — 20. August 2011 @ 19:25