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20. August 2010

SaaS: Cloud Computing Lösungen und ihre Probleme

Filed under: Allgemein — Franzi @ 08:59
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Wer sich eine Vollversion oder sogar ein Paket von Programmen nicht einfach kaufen möchte, hat heute die Möglichkeit, am sogenannten Cloud Computing teilzuhaben und bereitgestellte Programmpakete gebührenpflichtig zu nutzen. Service on demand oder Software as a Service, kurz SaaS wird das Software-Distributions-Modell genannt. Einige Vor- und Nachteile hat natürlich auch dieses Geschäftsmodell für den Kunden.

SaaS: Programm-Distributions-Services

Computing CloudSaaS ist eine Ebene der Computing Cloud, über die ich auch einen einleitenden Artikel verfasst habe. SaaS stellt dabei die reine User-Ebene dar, bei der fertige Programme auf sich selbst administrierenden Servern zur Verfügung gestellt werden. Der Kunde wählt bei SaaS nur noch die private Anwendung, die sich rein auf seine Firma erstreckt, eine hybride Form mit der Möglichkeit, weitere Programmdienste online zu nutzen, oder er entscheidet sich dafür, SaaS direkt im Netz zu nutzen. Im Gegensatz zum Software-Kauf, bei dem mit der Lizenz nur die reine Nutzung erworben wird und der Benutzer selbst für die Wartung und Betreuung zuständig ist (zum Beispiel Updaten oder Neuinstallieren bei Fehlern, aber auch die Programmumgebung, also der private Rechner, der abstürzen kann), beinhaltet SaaS den Service rund um das Paket. Dafür wird dann nur noch ein minimal ausgestattetets Endgerät nötig, weil auch der Festplattenspeicherunter SaaS nicht mit der Installation belastet wird. Nur internetfähig muss das Gerät sein.

SaaS – wer bietet was?

Google ist natürlich ganz groß dabei. Google-Mail und -Wetterdienste sind nur die bekanntesten Beispiele für SaaS-Lösungen. Aber auch Software-Riesen wie SAP setzen laut heise-online (c’t)  inzwischen auf die SaaS-Mietsoftware. Der größte Vorteil laut der c’t ist bei SaaS übrigens, dass nie wieder installiert werden müsse (Artikel-link). Etliche Programme, darunter auch Microsoft-Rieses Office, existieren als SaaS demnach wohl auch noch kostenlos in der Computing Cloud, allerdings als beta-Version. Fehlen tun unter SaaS die bei ASP (Application Service Provider) zum Scheitern führenden Individual-Lösungen. Auf Programm-Anpassungen muss bei SaaS also weitestgehend verzichtet werden. Im Gegensatz zum gescheiterten ASP bietet SaaS dagegen eine gut kombinierbare Anzahl standartisierter Lösungen an und vermeidet damit die Vervielfältigung problembehafteter Individuallösungen. Dazu mehr findet sich bei pcwelt.

Datenverarbeitung per SaaS – und die Sicherheit?

Der Kunde bleibt beim SaaS vertragsgemäß  für die Rechtmäßigkeit seiner Datenverarbeitung verantwortlich. SaaS-Verträge müssen außerdem den 10-Punkte-Katalog des § 11 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) umsetzen, sonst drohen dem Kunden Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Der Kunde sollte sich aber den SaaS-Anbieter gut ansehen! Immerhin hatte selbst Adobe Photoshop beim Start ihrer SaaS-Lösung noch eine Überlassungsklausel in den AGBs, nach der Rechte an verarbeiteten Bildern bei Adobe verblieben. Und auch Amazon, Schüler-VZ und andere Internet-Größen geraten immer häufiger wegen Daten-Speicherung in die Kritik. Einmal hochgeladene Daten und Bilder werden meist auch nicht wirklich wieder gelöscht, sondern nur ihre URL, weshalb durch SaaS wieder auffindbare Daten im Netz unkontrolliert kursieren können.

Fazit: SaaS macht Anwendungen nicht einfacher, aber erstmal oft billiger, weil nach Bedarf bezahlt wird und keine Vollversion gekauft werden muss. Mit Daten muss aber sensibel umgegangen werden, was eine erhöhte Aufmerksamkeit fordert. Gerade zum Testen, ob ein Programm in der Praxis wirklich den Anforderungen entspricht, ist SaaS eine echte Möglichkeit. IaaS und PaaS sind speziellere  Angebote innerhalb der Cloud, die von herkömmlichen Produzenten oder Dienstleistern wohl nur selten gebraucht werden. Ihre ebenso wie die Entwicklung von SaaS ist aber absolut begrüßenswert, weil eben die dynamische Nutzbarkeit wiederum gerade kleinen oder jungen Unternehmen Chancen zur Realisation von Ideen bieten kann, die ansonsten erheblichen Kapitals bedürften.

[IMg © Ivan Walsh / flickr]



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