Grand Resum | Die Arbeitswelt






         Gewerbe, Unternehmen und Arbeitnehmer

12. Januar 2012

Gründerzuschuss für Arbeitslose 2012: was hat sich geändert

Filed under: Auf eigenen Beinen — Franzi @ 12:47
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Immer zum Jahresbeginn ändern sich die verschiedensten Gesetze in allen Bereichen. Die Steuern gehen rauf, die Steuern gehen runter. Zuschüsse werden gekürzt oder angehoben. Auch der Gründungszuschuss für Arbeitslose, die sich selbständig machen wollen, wurde geändert.

Arbeitslose Menschen, die sich mit einer Selbständigkeit eine bessere Zukunft erhoffen, können sich mit Hilfe eines Gründungszuschusses selbständig machen. Allerdings gab es zum 1.1.2012 hierzu eine Änderung. (more…)

19. Dezember 2011

Gehaltsverhandlungen|Argumente|Gehaltserhöhung|Arbeitgeber

Filed under: Lohnbekommer — Franzi @ 12:12
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In vielen Firmen bekommen zum Jahreswechsel die Mitarbeiter ein Schreiben, wenn sie für eine Gehaltserhöhung vorgesehen wurden. Da ist die Freude groß. Wie aber, wenn man sich selbst beim Chef für eine Gehaltserhöhung empfehlen möchte?

Wer der Meinung ist, dass er eigentlich schon lange eine Gehaltserhöhung verdient hat, sollte sich nicht scheuen, mit seinem Arbeitgeber das Gespräch zu suchen. Dieses muss allerdings gut vorbereitet sein und diplomatisch geführt werden. Es ist ganz schlecht wenn Sie als Arbeitnehmer ständig nur von Ihren Bedürfnissen und Ihrer persönlichen Finanzsituation sprechen.

Aber lesen Sie selbst die schlechtesten Argumente in einer Gehaltsverhandlung, die Sie so niemals vorbringen sollten.

Schlechtes Argument für Gehaltsverhandlung: Ich möchte genauso viel Geld wie mein Kollege

Kein Arbeitgeber mag es, wenn er weiß, dass sich seine Mitarbeiter über ihre Gehälter austauschen. Außerdem muss er damit rechnen, dass am nächsten Tag der nächste Mitarbeiter auf der Matte steht und mehr Geld verlangt, wenn es sich rumspricht, dass er auf Ihr Argument positiv reagiert hat.

Schlechte Gelegenheit für Gehaltsverhandlung:

Gerade an Weihnachtsfeiern soll es häufig vorkommen, dass nach dem Genuss von einigen Gläsern Bier oder Wein die Zunge so locker wird, dass man seinen Chef in kumpelhaftem Ton um mehr Geld bittet. Da wird der Chef vermutlich sofort nüchtern und wird das Anliegen abschmettern. Eine Weihnachtsfeier ist nicht der richtige Rahmen für so ein Gespräch.

Schlechtes Argument für Gehaltsverhandlung: Alles wird teurer

Auf das Argument, dass Sie immer mehr für die Lebenshaltungskosten benötigen, wird Ihr Chef kontern, dass auch er als Arbeitgeber laufend mehr Kosten hat. Dies ist demnach kein gutes Argument

Schlechter Stil für Gehaltsverhandlung: Erpressung

Es soll Arbeitnehmer geben, die ihrem Chef allen Ernstes androhen, nur noch “Dienst nach Vorschrift” zu machen, wenn das Gehalt nicht erhöht wird. Das erzeugt Widerstand.

Wie kann man einen Arbeitgeber bei  Gehaltsverhandlungen für seine Argumente einnehmen

Eines ist klar, Arbeitgeber sind kühle Rechner. Man kann einen Chef deshalb selten mit gestiegenen Stromkosten zu einer Gehaltserhöhung motivieren. Im Gegenteil, Jammern kommt nicht gut an.

Überlegen Sie sich stattdessen, welche Vorteile Sie der Firma auch künftig bringen können, welche Einsparungen durch Ihr Engagement möglich sind. Preisen Sie nicht die vergangenen Jahre, in denen Sie Außerordentliches geleistet haben, sondern überlegen Sie sich gute Argumente für die Zukunft. Denken Sie dabei auch immer darüber nach, welche Gegenargumente Ihr Chef vorbringen könnte, damit Sie auch hierauf vorbereitet sind.

Taktik für Gehaltsverhandlungen: Gründe in der richtigen Reihenfolge vortragen.

Ein Coach brachte es auf den Punkt: Überlegen Sie sich drei gute Argumente für Ihre Gehaltsverhandlung.

  • Beginnen Sie mit dem zweitbesten Argument: Chef wird aufmerksam
  • Darauf folgt das drittbeste Argument: Chef widerspricht
  • Nun das beste Argument bringen: wenn Sie es richtig gemacht haben, endet das Gespräch positiv für Sie.

Auf dieser Webseite finden Sie noch viele weitere wichtige Ansatzpunkte, um bei einer Gehaltsverhandlung erfolgreich zu sein.

6. Oktober 2011

KfW: Selbständigkeit | Bankenhaftung | Gründerkredit

Filed under: Auf eigenen Beinen — Franzi @ 12:02
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Viele gute Ideen schlummern in vielen kreativen Menschen, doch leider scheitert es meist an der Verwirklichung der Ideen wegen fehlender finanzieller Mittel. Noch öfter scheitert es allerdings daran, dass die entsprechenden Personen gar nicht erst versuchen, an finanzielle Mittel heranzukommen.

Wer sich mit einer Idee selbständig machen möchte, braucht Mut und vor allem Geld. Hier kommt immer wieder die KfW ins Spiel. Die “Kreditanstalt für Wiederaufbau” fördert viele Existenzgründer. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg deshalb gegründet, damit der Wiederaufbau der Wirtschaft in Deutschland finanziert werden konnte.

Wie kann eine KfW Förderung aussehen

Angenommen, jemand braucht 18.000 Euro für die Gründung einer Selbständigkeit. In diesem Fall kommt das KfW Gründerkredit-Startgeld in Frage. Hiermit kann man bis zu 100.000 Euro finanzieren. Außerdem können 30.000 Euro für (more…)

21. April 2011

Steuerhilfe für Selbstständige

Filed under: Auf eigenen Beinen,Lohnzahler — Franzi @ 10:01
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Existenzgründer haben viele offene Fragen. Manche davon, weiß ich aus Erfahrung, scheint dümmer als sie wirklich ist. Immerhin bietet das Internet Ihnen heute die Möglichkeit, auch Fragen, bei denen man sich lächerlich fühlen mag, nachzugehen. Hier die Antwort auf die Frage nach den Steuerhilfen für Selbstständige. Und vorweg eine wichtige Antwort: Die Einkommen- und Lohnsteuerhilfevereine sind nicht für Selbstständige da.

Steuerhilfeverein für Selbstständige?

Die Lohn- und auch die Lohn- und Einkommensteuerhilfe haben eine rechtliche Begrenzung, die sie bei ihrer Beratungsfunktion einhalten müssen. Danach richtet sich ihr Angebot nur an Menschen mit einem Arbeitgeber (ok, auch bei zweien…), aber nicht an Unternehmer oder Freiberufler. Selbstständigkeit braucht aber ebenso und oftmals sogar noch dringender Hilfe bei der Steuer. Es drohen sonst horrende Nachzahlungen bei einer Buchprüfung. Und die finden nicht so selten statt, wie man annehmen mag.
Die Honorarunterschiede für eine Steuerhilfe durch den Steuerberater sind teilweise riesig. Im Normalfall richtet sich der Steuerberater aber nach der Gebührenverodnung für Steuerberater StBGebV. Beratungen, Abschlüsse, Buchführung u.a.. sind da mit festen Werten angegeben.

Gebühren und Kosten für die Steuerberatung

Die Kosten der Steuerhilfe bzw. die Gebühren des Steuerberaters richten sich nach dem Gegenstandswert. Bei Selbstständigkeit ist die Grundlage meistens die Summe der Einnahmen in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, bei einem bilanzpflichtigen Selbstständigen der Mittelwert aus Bilanzsumme und Umsatz. Diese Grundlage wird nun je nach Aufgabe und Schwierigkeitsgrad mit einem Faktor multipliziert. Ein Beispiel: Die Gebühr beträgt für die Berichtigung einer Erklärung 2/10 bis 10/10 der Grundlage. Der Steuerberater verlangt für einen Antrag auf Stundung 2/10 bis 8/10 und einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen 2/10 bis 8/10 der genannten Grundlage. So kommt im Zweifelsfall leicht mal etwas für die Steuerhilfe zusammen.

Steuererklärung mit Steuerberater: Hilfe für Selbstständige im Steuerdschungel

Für die Anfertigunger der Einkommenssteuer nimmt der Steuerberater im Schnitt  1/10 bis 6/10 des Gegenstandswerts, also der Summe der positiven Einkünfte,die  jedoch mit mindestens 6 000 Euro angenommen werden. Die Werte der Gebührenordnung für Steuerhilfen können jedoch unter- wie auch überschritten werden, wenn man sich auf eine anderslautende Zusammenkunft einigt. Richtig viele Infos und eine Auflistung der Gebührenfaktoren finden sich beispielsweise hier. Wer die Steuerhilfe insgesamt etwas billiger haben mag, kann monatlich oder vierteljährlich eine Buchhaltung engagieren und die aufbereiteten Werte selbst bei der Umsatzsteuervoranmeldung angeben. Die Jahressteuererklärung sollte dann aber besser dem Fachmann überlassen werden, damit es nicht womöglich nach Jahren der Fehlerhaftigkeit zu existenzbedrohlichen Nachzahlungen kommt.

P.s.: Es lässt sich auch per Zeit abrechnen! Der Stundensatz für den Steuerberater variiert zwischen 19  und 46 Euro je angefangener halber Stunde.  Auslagen wie Porto, Telefon und Papier dürfen zusätzlich in Rechnung gestellt werden.

31. März 2011

Working Capital erkennen und berechnen

Filed under: Auf eigenen Beinen,Lohnzahler — Franzi @ 10:57
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Zur Übersicht über Ihre geschäftsinterne Liquidität können Sie Ihr sogenanntes Working Capital ermitteln. Als Working Capital wird üblicherweise das Kapital bezeichnet, das nur kurzfristig gebunden ist und so für sie “arbeitet”. Mit wenigen Mitteln und auch mit einem begrenzten Betriebswirtschaftlichen Hintergrund können das Working Capital sowie einige mögliche Stellhebel zu seiner Optimierung dargestellt werden. Lernen Sie Ihr Geschäft besser kennen und verflüssigen Sie zusätzliche Mittel.

Working Capital im Geschäftshaushalt erkennen

Ihr Working Capital können Sie aus Ihrer Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ermitteln. Das Working Capital wird manchmal auch “Nettoumlaufvermögen” oder “Betriebsvermögen” genannt. Diese Begriffe sind vielleicht etwas eindeutiger, wenn auch nicht immer vollständig zutreffend. Das Umlaufvermögen befindet sich, wie der Name schon sagt, im Umlauf und hat nur eine kurze Verweilsdauer im Haushalt Ihres Unternehmens.Im Gegensatz zum Anlagevermögen ist es nicht dauerhaft (d.h. länger als ein Jahr) im Geschäftsbetrieb gebunden. Ihr Umlaufvermögen ist teilweise sicherlich mit kurzfristigem Fremdkapital oder durch Lieferantenkredite finanziert. Bestenfalls wird es nicht von langfristigen Kapitalgebern aufgebracht: Wenn Sie in der Position sein sollten, dass Sie ihre kurzfristigen Forderungen aus teuren Krediten leisten müssen, sollten Sie schnellstmöglich Ihre Finanzen auf Vordermann bringen!

Working Capital auf der Aktiv- und der Passivseite zu finden: Aktives Kapital

Auf der Aktivseite Ihrer Bilanz finden Sie den Working Capital-Anteil Ihrer Finanzen unter„Vorräte“, „Kassenbestand”, “Bankguthaben“, „Wertpapiere“. Unter Vorräten verstehen sich sämtliche Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, ob unbearbeitet, im Fertigungsprozess oder vor der Versand- oder Verkausstufe befindlich. Als unfertige Erzeugnisse haben die Rohstoffe nämlich auch schon Kosten verursacht, die Sie mit Ihrem Working Capital begleichen. Auch Anzahlungen an Zulieferer gelten als aktiv bilanziertes Working Capital. Offene Forderungen gegenüber Ihren Kunden zählen zu den„Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“.

Working Capital auf der Aktiv- und der Passivseite zu finden: Passives Kapital

Unter den passiven Bilanzpositionen beinhalten sämtliche Verbindlichkeiten, also aus Lieferungen und Leistungen, gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Ihr Working Capital. Sie stellen also Fremdkapital dar bzw. Schulden, die innerhalb einer kurzen Spanne getilgt werden müssen. Darunter fallen Kredite (Kontokorrent, aber auch Darlehenstilgungen unter einem Jahr Laufzeit), Zinsen und Hypotheken, Steuerrückstellungenund andere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Dieses Kapital beherrschen Sie nur passiv, weshalb es den Passiv-Anteil ihres Working Capitals ausmacht.

Berechnung Ihres Working Capital

Das Working Capital kann ganz allgemein als die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet werden. In einer verbesserten Rechnung hat sich das Net Working Capital durchgesetzt, das etwas detaillierter nur Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung ins Working Capital mit aufnimmt und beispielsweise kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausschließt. Dabei werden zu den Forderungen aus Lieferung und Leistung die Vorräte sowie Kassenbestände, Bankguthaben und Wertpapiere hinzugerechnet. Das Net Working Capital Ihrer Firma oder Unternehmung, auch Nettofinanzumlaufvermögen genannt, ergibt sich dann als Differenz von Finanzumlaufvermögen, also den eben genannten Forderungen und liquiden Mitteln, und dem kurzfristigen Fremdkapital in Form von Verbindlichkeiten.

Negatives Working Capital?

Ein negatives Working Capital kann aufzeigen, dass Sie einen Teil Ihres langfristigen Anlagevermögens mit kurzfristigen Mitteln finanziert haben. Dies verstößt gegen die goldene Bilanzregel (Infos) zur Stabilität des Unternehmensetats! Demnach sollen kurzfristige Verbindlichkeiten mit kurzfristigen Mitteln und langfristige Verbindlichkeiten mit langfristig zur Verfügung stehenden Mitteln gegenfinanziert sein sollten, um das Unternehmen stabil zu halten.

21. März 2011

Steuerprogramme für die Kleinen: Gratis?

Filed under: Auf eigenen Beinen,Lohnzahler — Franzi @ 11:19
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Steuerprogramme können ganz schön ins Geld gehen. Wer als Selbstständiger seine Steuer selbst macht, braucht ein unkompliziertes Programm, das in den regelmäßig notwendigen Updates nicht die Welt kostet, sonst könnte man sich auch den Steuerberater das ganze Jahr über ins Haus holen.  Steuerprogramme gibt es sogar ganz kostenlos für die Kleinen. Taugt die Steuer-Freeware was?

Steuer-Programme auf dem Markt

Im Normalfall kostet Steuersoftware um die 40,- und jedes Update 30,- Euro. Ab und an gibt es eine abgespeckte Version für 15,- Euros, aber gerade denen fehlt es an der für Selbstständige oft wichtigen Einnahmen-Überschuss-Rechnung-Möglichkeit (EÜR). Wer bei seiner Steuer also tatsächlich und von vornherein  also sparen will, weil er womöglich einige Steuerbelege verloren hat und kaum genug für den Steuerhilfeverein zum Jahresabschluss heraus bekommt, der greife zur Freeware! Tatsächlich ist neben Bilanzierungs-Freeware für die Buchhaltung auch Steuer-Freeware zu finden, die gar nicht so schlecht ist.

Steuerprogramme als Freeware

Den Testsieger vom Focus Vergleich, das WISO-Steuersparbuch, gibt es als kostenlose Demoversion, dem aber die Übertragung zu ELSTER-Formular fehlt sowie einige andere wichtige Funktionen. Wie man die unvollständige Version dann testen können soll, bleibt mir ein Rätsel, dafür darf man aber mit den Resten hantieren, so lange man will. GnuCash bietet eine Freeware-Steuer-Lösung namens MyMicroBalance an, die sich gut bedienen lässt und die Ein- und Ausgaben auch grafisch verwertet, in der neuesten Version jetzt wohl auch in 3D. Die Steuer-Software zum Niedrigstpreis von 0,- Euro ist für den privaten Gebrauch gedacht, erlaubt aber ebenso das Haushalten im Ein-Mann-Betrieb ohne Probleme. Zwischen den verschiedenen Konten ist aber leider keine Umbuchung möglich, so ähnlich wie auch bei taxpool (zum Beispiel bei Computerbild hier), das ich zurzeit verwende. Ein Umbuchung zwischen den frei wählbaren Konten ist unnötig kompliziert, ansonsten ist taxpool das bisher beste Gratis-Programm zur Steuer, das ich kenne. Einfach, kostenlos, für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe, mit Buchungsliste, SuSa, EÜR, E/A, Kontenbuch und UstVA, also Umsatzsteuervoranmeldung mit ELSTER-Schnittstelle.

Ach, ja: Taxpool aktualisiert sich regelmäßig selbst. Ebenso kostenlos.

18. März 2011

Working Capital-Stellhebel: Zahlungsfristen bei Lieferungen

Filed under: Allgemein — Franzi @ 10:17
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Als Working Capital bezeichnet man Kapital, das im Produktions- oder Handelswarenprozess im Unternehmen kurzfristig gebunden ist. Zu den Kapitalbindern eines Unternehmens zählen zum Beispiel der Wareneinkauf, die Inanspruchnahme von Dienstleistungen anderer Firmen, aber auch Gehälter und Lagerkosten. Mit einfachen Mitteln kann hier für eine kürzere Bindungsdauer gesorgt werden, Kapital wird freigesetzt. Wenn die Mittel gerade nicht ausreichen, sollten unternehmensinterne Maßnahmen vor jedem Gang zum Kreditgeber stehen.

Das Working Capital steckt im Detail

Wenn Sie Handel treiben oder auch produzieren, dann haben Sie jeweils Zahlungsfristen vereinbart. Bei jeder Lieferung selbst im privaten Haushalt wird auf der Rechnung angegeben, wann die Rechnung beglichen werden soll. Das ist nicht sofort! Sie haben oft vierzehn Tage oder sogar mehr Zeit, die Ware in Augenschein zu nehmen und den Rechnungsbetrag zu begleichen, das ist die Zahlungsfristvereinbarung. So lange Sie in Besitz der Ware sind und die Zahlungsfrist noch läuft, haben Sie somit einen kostenlosen Kredit vom Lieferanten erhalten. Mit der Zahlung wird ihr Kapital dann gebunden, der Cash Conversion Cycle beginnt. Das gebundene Kapital muss in ihrem Unternehmen wieder zu Geld gemacht werden, also verarbeitet werden oder angeboten und verkauft. Wenn der Kunde schließlich Sie (fristgemäß) bezahlt, endet der Cash Conversion Cycle und ihr gebundenes Kapital wird wieder frei.

Working Capital optimieren: Verkürzen Sie die Kapitalbindung, verlängern Sie Ihre Zahlungsfristen

Bei der Optimierung des Working Capital geht es immer darum, die Bindungsdauer des Kapitals so gering wie möglich zu halten. Gebunden wird das Kapital mit Ablauf der Zahlungsfrist, also im Moment der Rechnungsbegleichung durch Sie. Oft überweisen Unternehmer die Beträge sofort nach Fristende, obwohl sie längere Zahlungsvereinbarungen eingegangen sind. Sie wollen nicht den Eindruck von Zahlungsschwierigkeiten erwecken. Die sowieso bestehenden Zahlungsvereinbarungen einzuhalten, erweckt aber niemals den Eindruck von Illiquidität. Im Gegenteil können oftmals sogar längere Zahlungsfristen ausgehandelt werden. Für die Lieferanten besteht der Vorteil des längeren Kredits an den Unternehmer in einer stärkeren Kundenbindung.

Zahlungsfristen strecken: Sortieren Sie ihre Lieferanten nach Wichtigkeit

Wenn Sie aus mehreren Quellen bestellen, überlegen Sie sich vor dem Aushandeln besserer Zahlungsfristen genau, mit welchem Lieferanten Sie wie verhandeln. In der Betriebswirtschaft werden dazu A-, B- und C-Kategorien eingeführt. Zum Beispiel: 80% Ihrer Waren beziehen Sie von A-Lieferanten, weshalb diese sehr wichtig sind. 15% der Waren kommen von B- und 5% von C-Lieferanten. Wenn Sie es sich mit denen verscherzen, diese Sie nicht mehr beliefern wollen, was auch immer an worse-case passieren mag, Sie gehen nicht gleich unter (außer, es handelt sich um die für den Prozess wichtigsten 5%…). Dann können Sie mit den Verhandlungen neuer Fristen für die Zahlungen beginnen.

Strecken Sie mit dem Verweis auf die Optimierung Ihres Working Capitals die Zahlungsfristen weitmöglich, zum Beispiel auf ein monatliches Zahlungsziel. Im Normalfall wird dieses rationale Argument nicht als Hinweis auf eine Illiquidität sondern ein wohlüberlegtes, wirtschaftliches Handeln verstanden. Oder erleben Sie beispielsweise, wie Ihnen mit einem Mal Skonti angeboten werden, von denen Ihr Working Capital ebenfalls profitiert. Mehr Infos zum Cash Conversion Cycle bietet die Uni St. Gallen.

4. März 2011

Working Capital: wieviel Kapital in ihrem Unternehmen festhängt

Filed under: Auf eigenen Beinen,Lohnzahler — Franzi @ 14:09
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Die Krise scheint vorbei, Kapital fehlt trotzdem an Ecken und Enden. Gerade bei steigender Kaufrate müssen Unternehmen in Rohmaterialien investieren, ohne aus der Krise unbedingt finanzstark herausgekommen zu sein. Eine einfache Möglichkeit der Kapitalgewinnung steckt in den Begriffen Working Capital bzw. Net Working Capital.

Working Capital – was versteht sich darunter?

Der Begriff “Working Capital” soll von einem fahrenden, amerikanischen Händler stammen, der einen Wagen und einige Waren besaß, die er verkaufte und wieder einkaufte. Bei einer so einfachen Unternehmensstruktur wie dieser Selbstständigkeit stellen die Waren das Working Capital dar. Sobald sie bezahlt wurden, bilden sie das im Geschäft gebundene Kapital und zwar bis zu dem Moment, wo ein Kunde beim Kauf für eine Ware bezahlt. Damit wird das Kapital wieder freigesetzt. Dabei werden nur die kurzfristigen Mittel in Betracht gezogen, also der Teil des Umlaufvermögens, der nicht langfristig (länger als ein Jahr) gebunden ist und deshalb im Betrieb “arbeitet”. Das Working Capital gilt als ein Maß für die Liquidität eines Unternehmens.

Working Capital im Fertigungs- bzw. Produktionsprozess

Etwas komplexer wird das Working Capital zum Beispiel bei Fertigungsprozessen: Sobald Rohmaterialien angekauft wurden, wird ein Rechnungsbetrag fällig. Mit Begleichen der Rechnung wird das Kapital gebunden und durchläuft etliche Stadien der Fertigung, Verpackung bis zum Verkauf. Es finde sich verschiedene weitere Stellgrößen für eine Optimierung des unternehmenseigenen Working Capital innerhalb solcher Prozesse. Wird dann die Rechnung für das Endprodukt durch einen Kunden beglichen, ist das Working Capital wieder frei für neue Roheinkäufe.

Working Capital versus Net Working Capital

Beim ursprünglichen Working Capital wurden sogenannte Verbindlichkeiten nicht ausreichend berücksichtigt. Aktueller ist daher der Umgang mit dem Net Working Capital, das um kurzfristiges Fremdkapital bereinigt wurde. Kurzfristiges Fremdkapital entsteht unter anderem aus Lieferungen und anderen Verbindlichkeiten, die nicht sofort zu begleichen sind. Die Frist bis zum fälligen Zahlungstermin stellt einen Kredit dar, in dem der Lieferant in Vorleistung gegangen ist.

Optimieren Sie ihr Working Capital doch mal!

Für eine adäquate Optimierung des Working Capitals eines komplexen Unternehmens ist es sicherlich ratsam, einen Betriebswirtschaftler zu Rate zu ziehen. Aber gerade in kleineren Geschäften reichen manchmal ein paar kritische Beobachtungen aus, weil die Zahlen von Einkauf und Lagerung überschaubar sind. Optimieren lassen sich verschiedene Punkte. Da wären die Skonti bei pünktlicher Rechnungsbegleichung oder andersrum die konsequente Ausnutzung von Zahlungsfristen. Nicht zu früh zahlen, sondern eher längere Fristen aushandeln ergibt quasi kostenlose Mikrokredite. Auf der anderen Seite müssen ihre Forderungen so bald wie möglich begleichen werden, damit das Kapital wieder befreit wird. Mahnen Sie schnell und konsequent oder ziehen Sie ein Factoring (z. B. der Postbank) in Betracht. Auch Einkauf und Lagerung können optimiert werden. Zu den einzelnen Punkten der Working Capital-Optimierung folgen aber weitere Artikel.

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